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Die Dortmunder Nordstadt: Im Rahmen der großangelegten Quartiersentwicklung „Borsig-West“ wurde als Element der nachhaltigen Quartiersentwicklung eine künstlerische Fassadengestaltung mit Bezug zur ehemaligen Hoesch AG genutzt, um die vorhandene Tradition im Quartier aufzugreifen. Bildquelle: Vivawest Wohnen GmbH (2019)

Quartiersentwicklung muss Bewohner in den Fokus stellen

"Erfolgreiche Quartiersentwicklung bedeutet, auf die Menschen zuzugehen, sie an der Gestaltung mitwirken lassen, aber auch, sie in die Pflicht zu nehmen, etwas zur Schaffung und Erhaltung lebens- und liebenswerter Quartiere beizutragen.“

Dieser Satz stammt von Dr. Maurizio Lindemann, Fachbereichsleiter Zentrale Quartiersentwicklung beim Wohnungsunternehmen VIVAWEST und Lehrbeauftragter an der EBZ Business School. Dabei hat der Experte für Quartiersentwicklung eine eigene spannende Entwicklung vorzuweisen.

Ursprünglich hat Dr. Maurizio Lindemann eine Ausbildung zum Schornsteinfeger gemacht. Begeistert hat ihn daran besonders der enge Kundenkontakt. Aus gesundheitlichen Gründen konnte er diesen Beruf allerdings nicht weiter ausüben. Ehrgeizig absolvierte er im Anschluss an die Ausbildung eine Umschulung zum Bürokaufmann, ein Studium zum Immobilien-Ökonom und ein weiteres zum Betriebswirt sowie den Bachelor of Arts Real Estate und den Master of Sciences Projektentwicklung an der EBZ Business School. Nun hat er erfolgreich promoviert. Seine Dissertation widmet sich dem Thema „Transferpotenziale integrierter wohnungswirtschaftlicher Ansätze – Quartiersentwicklung am Beispiel Borsigplatz-West̍̍ in der Dortmunder Nordstadt“. 

Sein Fokus liegt heute, genauso wie früher, auf dem Menschen: „Die Hauptakteure bei der Quartiersentwicklung sind die Bewohnerinnen und Bewohner vor Ort“, so Lindemann. Natürlich geht es um die Verbesserung der Bewirtschaftungs- und Vermarktungsperformance. Aber in den Vordergrund stellt erfolgreiche Quartiersentwicklung die Bedürfnisse der Bewohner und funktionierende Nachbarschaften. Der Experte empfiehlt dabei die Betrachtung von vier Handlungsfeldern:

  1. Soziale Qualität,
  2. Sauberkeit, Ordnung und Sicherheit,
  3. Wohnfeldumgestaltung und
  4. Gebäudeaufwertung.

Störfaktoren im Quartier gilt es zu identifizieren und zu entfernen. Um diese zu ermitteln, greift er auf ein im Zusammenhang mit seiner Dissertation entstandenes fünfstufiges Phasenmodell zurück. Da mit dem Modell Quartiere einheitlich erfasst werden, ergeben sich Vergleichbarkeits- und Transferpotenziale. Es vereinfacht darüber hinaus Planungs- und Entscheidungsprozesse. 

Wichtig sei es bei der Entwicklung von Quartieren auch deren Tradition beizubehalten bzw. zu reaktivieren, wie beispielsweise bei dem Projekt „Borsig-West“ in der Dortmunder Nordstadt. Aus der Vergangenheit besteht ein hoher Bekanntheits- und Identifikationsgrad mit Hoesch-Stahl als ehemals größtem Arbeitgeber in Dortmund. Zudem ist der Borsigplatz jedermann als die Wiege des BVB bekannt. Diese Hintergründe wurden bei der großangelegten Quartiersentwicklung von VIVAWEST berücksichtigt.

Aus der Praxis für die Praxis

Als Lehrbeauftragter trägt Dr. Lindemann Praxiserfahrung in die Lehre an der EBZ Business School. Er sensibilisiert die Studierenden, neben der Forschungsperspektive auch den Blick auf die Praxis einzunehmen. Gerne gibt er Studierenden Tipps für deren Karrierelaufbahn: „Neugierig bleiben und stets offen für Neues sein“, so Dr. Lindemann. „Wo liegt meine Kompetenz? Wo liegt mein Interesse und was ist meine Berufung? Antworten auf diese Fragen können Studierenden sowohl im Studium als auch im Beruf weiterhelfen. Sie dienen quasi als innerer Kompass.“

Die komplette Dissertation von Dr. Maurizio Lindemann finden Sie hier

Bei Fragen steht Ihnen Dr. Lindemann unter maurizio.lindemann@vivawest.de und unter Telefon +49 209 380-11342 gerne zur Verfügung.