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Nachhaltigkeitsberichterstattung (2012-2013)

Aus der vom GdW im Jahr 2011 veröffentlichten Studie „Unternehmenstrends 2020“ geht hervor, dass der zukünftige Erfolg von Wohnungs- und Immobilienunternehmen maßgeblich von einer nachhaltigen Managementstrategie abhängen wird, welche wirtschaftliche Leistungsfähigkeit mit ökologischer und sozialer Verantwortung verbindet. Bestandteil einer solchen Strategie ist die Kommunikation der nachhaltigkeitsbezogenen Auswirkungen und Leistungen unternehmerischer Tätigkeit gegenüber strategisch relevanten Stakeholdern. Im Sinne des von Goethe postulierten "Tue Gutes und rede darüber" wird daher zunehmend die Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten diskutiert. Diese machen den Beitrag des Unternehmens zur nachhaltigen Entwicklung sichtbar, zwischen- und überbetrieblich vergleichbar und damit beurteilbar bzw. bewertbar. Stakeholderorientierte Nachhaltigkeitsberichte, die Anforderungen an eine ordnungsmäßige Berichterstattung genügen, können Reputation und Image des Unternehmens steigern und das Vertrauen in dessen nachhaltigkeitsbezogene Leistungsfähigkeit ausbauen.

In der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft befindet sich die Nachhaltigkeitsberichterstattung trotz wachsender Verbreitung noch in einem vergleichsweise frühen Stadium. Während in anderen ressourcen- und kapitalintensiven Branchen durch Steigerung der Transparenz von Berichtsorganisation und Berichtsinhalten bereits ein hohes Maß an Akzeptanz erreicht worden ist, bedarf es in der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft zunächst einer generellen Etablierung der Nachhaltigkeitsberichterstattung. Diese setzt die Verständigung auf einheitliche Berichtsstandards sowie branchenweit anwendbare Berichtsinhalte voraus. Hierauf ist das vom GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen beauftragte Forschungsprojekt ausgerichtet.

Im Einzelnen sind im Rahmen des Projektes ausgehend von einer Analyse des Aufbaus, der Inhalte und der Ausgestaltung vorhandener wohnungswirtschaftlicher Nachhaltigkeits- und Corporate SocialResponsibility-Berichte und unter Berücksichtigung der Berichtskonzepte der Global Reporting Initiative sowie des European Housing Netzworks aus der Perspektive von Wohnungs- und Immobilienunternehmen Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung formuliert und abgestimmt worden. Hieran anknüpfend ist ein branchenspezifisches Berichtskonzept für die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, inkl. der darin aufzunehmenden nachhaltigkeitsbezogenen Kennzahlen, entwickelt und testweise angewandt worden. Zudem wurden Handlungsempfehlungen für die Organisation und Durchführung der Nachhaltigkeitsberichterstattung in der Wohnungswirtschaft abgeleitet.

Im Ergebnis ist ein Berichtskonzept erarbeitet worden, das sich an den "typischen" Managementperspektiven der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft orientiert. Als solche wurden im Projektverlauf – wie der Abbildung zu entnehmen – nachhaltiges Ertrags- und Finanzmanagement, nachhaltiges Management von Mieter- und Mitgliederbeziehungen, nachhaltiges Bestandsmanagement, nachhaltiges Personalmanagement, nachhaltiges Quartiersmanagement und nachhaltiges Management unternehmensinterner Geschäftsprozesse identifiziert.

Systematik des vorgeschlagenen Berichtskonzepts

Es ist zu empfehlen, innerhalb jeder Perspektive die Auswirkungen und Leistungen des Unternehmens anhand von Nachhaltigkeitskennzahlen und qualitativen Ausführungen adressatengerecht darzustellen. Dabei erscheint eine Einordnung in branchenweit regelmäßig zu berichtende Kennzahlen ("Kern-Kennzahlen") sowie unternehmensindividuell, zusätzlich zu berichtenden Kennzahlen ("Kann-Kennzahlen) sinnvoll. Vorschläge für die Einordnung in regelmäßig zu berichtende Kern- und ggf. zusätzlich zu berichtende Kann-Kennzahlen sind innerhalb des GdW-Arbeitskreises "Nachhaltigkeitsberichterstattung" diskutiert und abgestimmt worden.

Die Ergebnisse dieses Forschungsprojektes bilden die Grundlage für die in Kürze erscheinende GdW-Arbeitshilfe 73 "Nachhaltigkeitsberichterstattung in der Wohnungswirtschaft. Berichterstattung über wirtschaftliches, ökologisches und soziales Engagement von Wohnungsunternehmen".

 

Forschungsfeld 5:Management und Nachhaltigkeit
Fördermittelgeber:GdW - Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen

AnsprechpartnerInnen

Dipl.-Ökonom Michael Neitzel
Projektleitung
Telefon:+49 (0) 234 890-34-19
E-Mail:michael.neitzel@inwis.de

michael.neitzel@inwis.deProf. Dr. habil. Sigrid Schaefer
Projektleitung
Telefon:+49 (0) 234 9447-727
E-Mail:s.schaefer@ebz-bs.de