Die Immobilienhochschule
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Wir haben kein Kaltmietenproblem

Prof. Dr. Alcay Kamis kommt in seiner neuen Immobilienanalyse zu einem bemerkenswerten Befund: Seit 2000 sind die Bestandsmieten um 42,1 Prozent gestiegen – das allgemeine Preisniveau dagegen um 65 Prozent, die Bruttomonatsverdienste um 91,3 Prozent und die Haushaltsenergie um 198 Prozent. Kaufkraftbereinigt sank die Bestandsmiete laut seiner Berechnung sogar um 13,9 Prozent. Mehr noch: Die unterdurchschnittliche Entwicklung der Bestandsmieten hat nach Kamis' Berechnung das allgemeine Preisniveau gedämpft. Wären die Nettokaltmieten seit 2000 im Gleichklang mit den übrigen Gütern des Warenkorbs gestiegen, läge das Preisniveau heute rund 1,5 Prozent höher. Die Bestandsmiete wäre damit nicht Inflationstreiber, sondern hätte über Jahre inflationsdämpfend gewirkt. Kamis bestreitet dabei ausdrücklich nicht die hohe Wohnkostenbelastung vieler Haushalte. Seine These ist eine andere: Die politische Debatte verwechsle Ursache und Symptom. Das eigentliche Problem liege bei Nebenkosten und Energie – und, gerade in Berlin, beim Zugang zum Neuvertragsmarkt. Dort stehen durchschnittlich rund 7,67 Euro Bestandsmiete 16,35 Euro Angebotsmiete gegenüber. Damit berührt die Analyse unmittelbar auch die aktuelle Berliner Vergesellschaftungsdebatte: Würde die Überführung großer Wohnungsbestände in öffentliches Eigentum tatsächlich dort ansetzen, wo die Wohnkostenbelastung entsteht?

 

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