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Aus Bochum für die Vereinten Nationen nach New York

Von Smart Home zu Smart Cities – läuft die Ampelanlage dann künftig über Alexa? Dass „Smart City“ weitaus mehr bedeutet als das, berichtet EBZ Business School-Absolvent Paul Mikolajczyk (24) im Interview. Seine Bachelorthesis zu dem Zukunftsthema macht gerade internationale Karriere.

Worum geht es in Ihrer Bachelorthesis?

Paul Mikolajczyk: Meine Bachelorthesis behandelt das Thema „Smart City“ und die Fragestellungen, was darunter verstanden werden kann, wie dieser Begriff entstanden ist und welche Handlungsschritte notwendig sind, damit eine Stadt bzw. Kommune eigenständig „smart“ werden kann.

Als Resultat habe ich einen „Do-it-yourself“-Handlungsleitfaden für Städte und Kommunen entwickelt, der sie auf ihrem Weg zur „Smart City“ anleitet. Diesen Leitfaden hat das Unternehmen bee smart city, das auch meine Bachelorarbeit betreut hat, veröffentlicht.

Der entwickelte praxisorientierte Smart City Handlungsleifaden beschreibt somit den Prozess von der Status Quo Analyse über das bestehende Ökosystem, eine Bedarfs- und Potenzialanalyse einschließlich einer Verifizierung der Stakeholder. Hinzu kommt eine Abfrage stadtspezifischer Anforderungen, die sich in der Auswahl des Smart City Lösungsportfolios widerspiegeln, bevor die Lösungen selektiert und implementiert werden.

Smart City ist dabei für mich und bee smart city als eine Evolution zu verstehen, in denen Technologien lediglich als „Enabler“ herangezogen werden und auf einer nutzerzentrierten Ausrichtung basieren sollten. Der Prozess „Smart City“ sollte auf die Bedarfe der Bürger*innen ausgerichtet und mit ihnen gemeinsam gestaltet werden, da sie die Endnutzer der Lösungen sind. Ziel ist die Gestaltung eines lebenswerten und prosperierenden Lebensraums.

Technologien, wie freies WLAN oder Onlineanträge, z.B. in der Verwaltung, die zur Reduzierung/Modernisierung von Bürokratie führen, stellen hier nur einen Teilbereich der Lösungen dar. Ebenso tragen z.B. Umweltschutz, Mobilität und Wirtschaft zu der Entwicklung bei. Relevant ist neben den technischen Lösungen auch die Vielzahl sozialer und kultureller Initiativen für eine Smart City.

Welche Erfolge haben Sie schon erzielt?

Paul Mikolajczyk: Nachdem ich Anfang diesen Jahres mein Bachelorstudium an der EBZ Business School abgeschlossen habe, wurde der Leitfaden aus meiner Thesis von der bee smart city in Deutschland veröffentlicht - mit einem Vorwort und unter der Schirmherrschaft von Dorothee Bär, der Beauftragten der Bundesregierung für Digitalisierung, sowie mit Partnern wie der DIN und weiteren. An dieser Stelle möchte ich einen besonderen Dank an Bart Gorynski, einen der drei Gründer von bee smart city, und an die Professoren*innen und Mitarbeiter*innen der EBZ Business School für deren Unterstützung aussprechen.

Im April folgte die Veröffentlichung in Polen. Aktuell wird der Leitfaden noch auf Mandarin übersetzt. Die englische Publikation ist für Ende 2019 geplant – dieses Mal unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen.

Außerdem durfte ich den Handlungsleitfaden bei der Smart Cities New York 2019 vorstellen.

Ich freue mich besonders, dass wir mit bee smart city den Leitfaden auch schon in der Praxis erproben konnten. Wir haben ihn bereits erfolgreich in drei NRW-Städten sowie in weiteren Bundesländern angewendet.

Wie geht es für Sie nun weiter?

Paul Mikolajczyk: Mittlerweile arbeite ich bei der bee smart city als Referent der Geschäftsführung und bin vor allem für Strategie- und Business Development verantwortlich. Dort habe ich bereits erste Führungsverantwortung für ein internationales Team und arbeite mit diesem gemeinsam an der Veröffentlichung und praktischen Anwendung des Leitfadens in weiteren Ländern, Kommunen und Städten.

Parallel werde ich dieses Jahr noch meinen Intensivstudiengang zum zertifizierten Immobilien Investment Analysten abschließen und meinen Master beginnen.