Mit Immobilien die Konjunktur ankurbeln

Wege aus der Finanzkrise: Experten sehen Immobilienwirtschaft als entscheidende Kraft –Diskussionsrunde zur Gründung der neuen Bochumer EBZ Business School am 8. Dezember 2008

Bochum, 9. Dezember 2008. In Wohnimmobilien nachhaltig zu investieren und die Baubranche zu beleben – das ist das denkbar beste Konjunkturprogramm. „Von den Investitionen der Immobilienwirtschaft profitieren vor allem mittelständische Unternehmen und das lokale Handwerk“, sagte Lutz Freitag, Präsident des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, anlässlich der offiziellen Gründungsfeier der neuen EBZ Business School in Bochum am 8. Dezember 2008 vor rund 250 Gästen - darunter Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert, NRW-Bauminister Oliver Wittke und die Oberbürgermeisterin der Stadt Bochum Dr. Ottilie Scholz.  Freitag: „Die Wohnungsbestände zu modernisieren und in wachsenden Regionen energieeffiziente Neubauten zu errichten – das kurbelt nicht nur die Konjunktur an, sondern ist auch ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz und zur nachhaltigen Verbesserung des Wohnangebots.“

Gemeinsam mit Burghard Schneider, Direktor des Verbandes der Wohnungswirtschaft (VdW) Rheinland Westfalen, und Walter Rasch, Präsident des BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen, diskutierte Freitag über die Herausforderungen der Immobilienwirtschaft in Deutschland. „Demographischer Wandel, Umgang mit Leerständen und Abriß von nicht mehr zukunftsfähigen Altbaubeständen in schrumpfenden Regionen, Quartiers- und Stadtentwicklung, Integration, wohnbegleitende Dienstleistungen, – diesen Aufgaben müssen wir uns heute und in Zukunft stellen“, sagte Freitag.

Konjunktur beleben – Klimaschutzziele erreichen

Ein staatlich subventioniertes Förderprogramm für Immobilien, so waren sich die drei Experten einig, sichert dauerhaft Arbeitsplätze und schafft neue Stellen. „Steuererleichterungen, wie beispielsweise eine reduzierte Mehrwertsteuer für energetische Sanierungsmaßnahmen, schaffen Anreize für die Investition in zukunftsfähige, demografiefeste Wohnungen“, sagte Walter Rasch. Allerdings dürfe die Regierung diese Anreize nicht durch verschärfte Standards, wie die geplanten Novellierungen der Energieeinsparverordnung 2009 und 2012, wieder zunichte machen. „Nur wenn Sanierungsmaßnahmen sich wirtschaftlich rechnen, werden sie auch durchgeführt“, sagte Rasch. „Es wäre daher im Sinne einer Konjunkturbelebung und des Klimaschutzes, die Fördermöglichkeiten auszuweiten und die Auflagen für energetische Modernisierungen moderat zu gestalten.“

Zwangsmaßnahmen sind der falsche Weg

„Die Wohnungswirtschaft hat freiwillig das CO2-Minderungsziel, das nach dem Kyoto-Abkommen bis 2012 erreicht werden soll, für ihre Wohnungsbestände bereits 2007 erfüllt“, sagte Burghard Schneider. Solche Fortschritte seien nur möglich, wenn die Investoren die Wahlfreiheit behielten, welche energetischen Modernisierungen sie durchführen. Das Zwangskorsett staatlichen Ordnungsrechts würde das Gegenteil bewirken, nämlich dass sich viele Investoren aus ökonomischen Gründen zurückhielten.

Solide und reale Werte schaffen

Anders als in den USA, Großbritannien oder Spanien sei die Immobilienwirtschaft in Deutschland dank ihres großen Mietwohnungsbestandes und eines erfolgreichen und marktrelevanten Genossenschaftsmodells ein solider und stabilisierender Faktor. „Die Wohnungsunternehmen unseres Verbandes versuchen nicht, kurzfristig höchstmöglichen Profit zu erzielen“, sagte Lutz Freitag. „Vielmehr geht es darum, langfristig wirtschaftlich und für die Eigentümer rentabel zu sein sowie möglichst vielen Menschen dauerhaft gutes und erschwingliches Wohnen zu ermöglichen.“ Mit der Investition in Wohnimmobilien werden solide und stabile Werte geschaffen, so Freitag weiter.

Gut ausgebildete Mitarbeiter entscheidend

Um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern, sei es wichtig, Trends frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu handeln. „Für den Erfolg von Wohnungsunternehmen ist deshalb die Investition in gut ausgebildete Mitarbeiter und Führungskräfte entscheidend“, sagte Walter Rasch. „Hier leistet die neue EBZ Business School einen richtungweisenden Beitrag.“ Deshalb habe sich auch der BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen der Stiftung EBZ - Trägerin der neuen Hochschule - angeschlossen, die vom VdW Rheinland Westfalen und dem GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen getragen wird.