In Bochum entsteht private Hochschule für die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft

Bochum – Mit der EBZ Business School i.G. wird in Bochum eine private Hochschule für die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft entstehen. Klaus Leuchtmann, Vorstandsvorsitzender des Europäischen Bildungszentrums der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, erläuterte am Dienstag der Bochumer Oberbürgermeisterin Frau Dr. Ottilie Scholz die ambitionierten Pläne.
Leuchtmann, der auch als Gründungskanzler der privaten Hochschule fungiert, verwies gegenüber Frau Dr. Scholz auf die enorme Bedeutung des Wirtschaftsfaktors Wohnungs- und Immobilienwirtschaft in Bochum und im Ruhrgebiet. Leuchtmann: „Viele Menschen der Region finden in den Wohnungs- und Immobilienunternehmen, interessante und sichere Arbeitsplätze“. Neben den wichtigen kommunalen und regionalen Wohnungsunternehmen wie VBW Wohnen und Bauen in Bochum oder DOGEWO 21 in Dortmund prägen Unternehmen wie Deutsche Annington, Gagfah, Evonik Wohnen und THS die bundes- und europaweit zu den großen der Branche zählen, den Standort Ruhrgebiet. „Mit der EBZ Business School entwickelt sich Bochum ein wenig zur Immobilienhauptstadt Deutschlands“, meint Klaus Leuchtmann. Die Branche werde die wissenschaftliche Kompetenz der privaten Hochschule nutzen, um ihre Führungskräfte auszubilden.
„Das ist großartig“, kommentiert Frau Dr. Ottilie Scholz die Pläne des EBZ. „Hier findet aktiver Strukturwandel für das Ruhrgebiet statt“, sagte die Oberbürgermeisterin, und zwar in zweierlei Hinsicht: Erstens ergänze die private Hochschule das bisherige, bewährte Engagement des EBZ. Zweitens werde der „kompakten Wohnlandschaft Ruhrgebiet“ neue Kompetenz zugeführt.
Das Kuratorium des EBZ hatte in seiner letzten Sitzung die Gründung der Business School beschlossen. Die von GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen und VdW Rheinland Westfalen betriebene und bundesweit sehr erfolgreich tätige Bildungseinrichtung EBZ soll nun die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die neue EBZ Business School i.G. zum Wintersemester 2008/2009 mit Lehre und Forschung beginnen kann.

„Mit dieser Hochschulgründung entsprechen wir den gestiegenen Anforderungen im Bereich der Aus-, Fort- und Weiterbildung von Führungs- und Fachkräften für die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft“, unterstrich Klaus Leuchtmann. Bereits seit 14 Jahren würden von der FWI Führungsakademie im EBZ – berufsbegleitend und in Kooperation mit der Fachhochschule Gelsenkirchen – Studiengänge zum Bachelor, Diplomierten Wohnungs- und Immobilienwirt und Immobilien-Ökonom in Bochum angeboten. Die Gründung einer privaten Hochschule sei der bildungspolitisch konsequente und bildungsökonomisch sinnvolle Schritt in die Zukunft.
Die Personalentwicklung sei für die Wohnungswirtschaft ein entscheidender Erfolgsfaktor, der in Zukunft noch erheblich an Bedeutung gewinnen werde. Die das EBZ tragenden Verbände haben sich daher bereits sehr intensiv in diesem Bereich engagiert und „den Erfolgsfaktor Personal“ noch stärker in ihrer Arbeit für die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft berücksichtigt. Schon der GdW-Verbandstag im November des vergangenen Jahres stand unter dem Motto „Mit klugen Köpfen ist gut Stadt zu machen“.

Die Gründung der Hochschule knüpft an eine gute und erfolgreiche Tradition an. Denn seit 51 Jahren bildet das EBZ Menschen jeden Alters aus und qualifiziert sie weiter, damit in der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft die benötigten Fach- und Führungskräfte mit den erforderlichen Qualifikationen in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen und ihre eigene Karriere voran treiben können.

Klaus Leuchtmann, Vorstandsvorsitzender des EBZ und Gründungskanzler der neuen Hochschule verwies darauf, dass der Anteil der Unternehmen, die in Zukunft Schwierigkeiten haben, geeignetes Personal zu finden, kontinuierlich wachse: „Die Immobilienwirtschaft befindet sich bereits mitten im Wettbewerb um die klugen Köpfe. Wer ihn gewinnen will, braucht attraktive Bildungs- und Karrierewege. Dazu brauchen wir den Status als staatlich anerkannte private Hochschule mit akkreditierten Studiengängen.“ Hier solle die EBZ Business School i.G. mit vier Bachelor- und zwei Masterstudiengängen ihren Beitrag leisten.

Die anwesenden Vertreter der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, Heinz-Werner Buhren, ehrenamtliches Mitglied des EBZ- Vorstandes und Mitglied der Geschäftsleitung von Evonik Wohnen, Klaus Graniki, Geschäftsführer DOGEWO 21, Dortmund, und Dr. Dieter Kraemer, Geschäftsführer VBW Bauen und Wohnen GmbH, Bochum, sagten der EBZ Business School i.G. ihre volle Unterstützung zu. Dieter Kramer und Klaus Graniki konkretisierten die Unterstützung ihrer Unternehmen für die EBZ Business School i. G. und brachten jeweils bereits ein Stipendium mit. Damit können zwei künftigen Studenten der EBZ Business School i.G. die Studiengebühren erlassen werden.

Kraemer forderte weitere Unternehmen der Immobilienwirtschaft auf, diesem Beispiel zu folgen. „Wir brauchen eine Kultur für Stipendien“, sagte er. Ein Studium an der EBZ Business School i.G. dürfe nicht Studenten aus wohlhabenden Familien vorbehalten bleiben.

Für Klaus Graniki ist die Gründung der privaten Universität in Bochum logisch: „Hier schlägt das Herz der Wohnungswirtschaft“. Von den 60 größten Wohnungsunternehmen Deutschlands, befänden sich 27 in Nordrhein-Westfalen, davon 2 in Bochum.

Stellungnahme von Volker Siekermann, Konzernpersonalleiter der Dt. Annington in Bochum, (die Dt. Annington hat rund 1300 Mitarbeiter) zur Gründung der EBZ Business School i.G.

„Die Gründung einer privaten Hochschule, die sich an den wachsenden und wandelnden Erfordernissen der Immobilienwirtschaft ausrichtet, begrüßen wir sehr. Die Dt. Annington befürwortet diese Pläne, weil es im Zuge der demografischen Entwicklung für uns immer schwieriger werden wird, hoch qualifiziertes Personal zu rekrutieren. Eine konzentrierte Talentsuche fängt für uns bereits bei den Auszubildenden an. In der Folgezeit muss die Möglichkeit bestehen, gerade diese Mitarbeiter stetig, wenn möglich bis zum Hochschulabschluss, weiter zu qualifizieren.

Mit dem EBZ arbeiten wir im Rahmen der Berufsausbildung und des beruf begleitenden Studiums schon lange vertrauensvoll zusammen. Diese Zusammenarbeit beabsichtigen wir bei der EBZ Business School i.G. fortführen.

Besonders interessant an dieser privaten Initiative ist für uns neben einer lokalen Nähe zur Hochschule die Möglichkeit der konzeptionellen Mitgestaltung.

Wir werden uns inhaltlich einbringen und Vorschläge machen, wie aus Unternehmenssicht die zeitliche Lage eines berufs begleitenden Studiums sein sollte. Die EBZ Business School i.G. bietet eine weitere Möglichkeit unserem Leitsatz in der Personalentwicklung „fördern und fordern“ eine perspektivisch interessante Facette hinzuzufügen.“