„Das“ Seniorenwohnen stirbt aus – Ringveranstaltung zu demografischen Trends und ihren Folgen für das Ruhrgebiet
Über 80 Interessierte haben am 19. April 2010 in Bochum mit renommierten Forschern der Region über den demografischen Wandel und seine Auswirkungen auf die Städte des Ruhrgebiets diskutiert. Nicht nur Experten der Städte, Wohnungsunternehmen und Institutionen, sondern auch zahlreiche Bürger des Ruhrgebiets hatten großes Interesse am öffentlichen Kolloquium „Demografische Anforderungen an das Wohnen der Zukunft im Ruhrgebiet“, ein Projekt der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010. So war die Veranstaltung an der EBZ Business School stark besucht, mit geladenen Gästen des Forschungsinstitutes (InWIS) der EBZ Business School sowie der Kooperationspartner ILS, Fraunhofer ISST und Wissenschaftsforum Ruhr.
Der demografische Wandel wird auch ganz erhebliche Auswirkungen auf die Wohnungsmärkte haben. Im Rahmen des Kolloquiums werden neue Erkenntnisse aus Forschung und Entwicklung im Ruhrgebiet sowohl aus Nachfragerperspektive als auch aus Anbieterseite durch die Forschungsin-stitute vorgestellt. Deutlich wird, dass das Altern der Bevölkerung nicht nur Risiken, sondern auch Chancen für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Region – insbesondere für den Wohnungsmarkt – birgt.
Wie zukünftig gewohnt werden wird, darauf gibt die GdW Studie „Wohntrends 2020“ Antworten. Sie wurde von Michael Neitzel (InWIS Forschung und Beratung GmbH) vorgestellt. „Das" Seniorenwohnen wird es nicht mehr geben, die Nachfragergruppen der über 60-jährigen differenzieren sich immer stärker aus und verfügen über unterschiedliche Zahlungsbereitschaft. Ein weiterer Trend ist die zunehmende Bedeutung elektronischer Unterstützungssysteme im Haushalt. Hierzu berichtete Catherine Ley über die Erprobung einer neuen Technologie im Feldversuch in einem Bochumer Quartier in Kooperation mit dem Bochumer Wohnungsunternehmen VBW Bauen und Wohnen (Service4home).
Dr. Wolfgang Deiters vom Forschungsinstitut Fraunhofer ISST verdeutlichte den Teilnehmern, wie mit Technologie gezielt gegen den Leerstand im Bestand vorgegangen werden kann und welche Po-tenziale das „Ambient Assisted Living“ bietet. Maßnahmen und Förderungsmöglichkeiten für den Abbau von Barrieren im Bestand zeigte Andrea Berndgen-Kaiser (Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung gGmbH) auf.
Und zum Abschluss der Veranstaltung diskutierten Dr. Dieter Kraemer (Geschäftsführer der VBW Bauen und Wohnen GmbH, Bochum), Dr. Wolfgang Deiters und Dr. Hildegard Kaluza (Ministerium für Generationen, Frauen, Familie und Integration des Landes NRW, stellvertretende Leiterin der Abteilung Integration und Generationen) mit Prof. Dr. Rolf Heinze von der Ruhr-Universität Bochum über die neuen Anforderungen an das Wohnen der Zukunft.
Die Öffnung des Podiums zu einer Plenumsdiskussion wurde rege genutzt und es entwickelte sich eine spannende Diskussion, die bei Brötchen und Kaltgetränken beim abschließenden Get-together fortgeführt wurde.
Die Veranstaltung „Die alternde Gesellschaft – Herausforderungen und Chancen“ ist Teil der aus insgesamt zwölf Veranstaltungen zusammen gesetzten Reihe „Die alternde Gesellschaft – Herausforderungen und Chancen“ des Wissenschaftsforums Ruhr. Sie wird in Zusammenarbeit von Mitgliedsinstituten des Wissenschaftsforums Ruhr durchgeführt.
Weitere Informationen zur Veranstaltungsreihe, die von der Stiftung Mercator und Pro Ruhrgebiet unterstützt wird, unter: www.wissenschaftsforum-ruhr.de
Die Folien der Beiträge stehen hier ab sofort zum download bereit unter:


